Augmented Reality

Digitale Informationen visualisieren

INSIGMA, Augmented Reality
AR visualisiert eine LEGO Lokomotive

Der Begriff Virtual Reality (VR) beherrschte lange Zeit alleine das Feld, wenn es um die computergestützte Erweiterung der realen Welt ging. Verfechter dieser Technologie versetzen sich mit Hilfe von Head-Mounted-Displays und Datenhandschuhen in eine computergenerierte Umwelt. Nun erobert ein pragmatischer Gegenentwurf den Markt: Augmented Reality (AR).

Der Spielzeughersteller LEGO hat AR schon für sich entdeckt. Ein gelber Monitor mit der Aufschrift „Probiere es!“ fordert die Besucher eines LEGO Shops dazu auf, mit der Verpackung der beliebten Spielzeuge vor eine Kamera zu treten. Auf dem Monitor tut sich augenblicklich Wundersames, denn der Besucher sieht mehr, als die Aufnahme eigentlich wiedergeben dürfte: Wie von Geisterhand erscheinen LEGO Karusselle, Bagger oder Lokomotiven dreidimensional auf der Verpackung; bunte LEGO Minifiguren sind zu sehen und erwecken das Spielzeug zum Leben. Durch Bewegungen kann der erstaunte Besucher den Verpackungsinhalt im Monitor von allen Seiten betrachten.

Digitale Informationen erweitern die reale Welt

Der Einsatz von AR beim Unternehmen LEGO veranschaulicht den Unterschied
zur Virtual Reality. Nutzer von AR bewegen sich immer noch in der realen Umwelt, diese wird allerdings durch digitale Informationen erweitert (engl. Augmented).

Film und Fernsehen arbeiten schon jahrzehntelang mit ähnlichen Techniken. So kombiniert die recht komplizierte Bluescreen-Technik Echtzeit-Vordergründe
(z.B. Nachrichtensprecher) mit variablen Hintergründen (z.B. Computergrafiken, Fotos oder Videos). Was bei diesem Verfahren nur durch mehrfaches analoges Aufnehmen, Kopieren und Filtern realisiert werden kann, bietet AR computerbasiert und mit noch mehr technischen Möglichkeiten.

AR-Systeme erfassen die reale Welt mit Hilfe eines Sensors, z.B. einer Videokamera. Die Videodaten werden während der Verarbeitung mit digitalen Informationen und Objekten angereichert und wiedergegeben. Das alles geschieht in Echtzeit als Mischung aus Video und Rendering. Die Positionierung erfolgt in der Regel durch das Fokussieren eines Barcodes; abhängig von seiner Position im aufgenommenen Bild steuert das System die digitalen Einblendungen.

Sachverhalte visualisieren

AR bietet viele denkbare Anwendungen. Die Stärke liegt in der Visualisierung von Sachverhalten im Zusammenspiel mit dem „Aha-Effekt“. Das kann spielerisch geschehen, wie das Beispiel des Unternehmens LEGO zeigt. Weitere Anwendungen sind die Einblendung von Ortsinformationen, z.B. aus der Wikipedia, die Visualisierung von Bauvorhaben und vieles mehr. Der Nutzer benötigt lediglich ein geeignetes Endgerät wie ein Smartphone mit Kamera und ausreichender Rechenleistung. Derzeit steckt diese Entwicklung noch in den Kinderschuhen - aber die Zukunft verspricht viele neue Anwendungen aus der AR-Welt.