Web 2.0

Internet zum Mitmachen

Web 2.0 erlaubt Internetnutzern, selbst an der Erstellung von Inhalten mitzuwirken. Dadurch entwickelte sich ein völlig neues Netzverständnis. Noch scheinen KMUs das Phänomen nur begrenzt für ihre Zwecke entdeckt zu haben. Doch ein unvoreingenommener Blick lohnt sich.

Der "Erfinder" des Internets, Tim Berners-Lee, behauptet zwar, dass es Web 2.0 schon in den Anfangstagen des Internet gab, allerdings dauerte es einige Jahre, bis mit ASP oder RSS erstmals Web 2.0-Technologien zur Verfügung standen.

Wichtige Web 2.0 Anwendungen

Heute bietet Web 2.0 zahlreiche interaktive und kollaborative Anwendungen. Dazu gehören die sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden Blogs (kommentierte Web-Tagebücher) und Podcasts (Audio- oder Video-Dateien, die für die Nutzung durch andere Webteilnehmer produziert werden). Auch die "Wikis" gehören zum Web 2.0: Sie ermöglichen es Benutzern, Inhalte nicht nur zu lesen, sondern auch zu ändern. Auf diese Weise entstehen Netz-Enzyklopädien, von denen Wikipedia die größte ist. Ebenfalls auf dem Vormarsch ist Bookmarking: Hier hinterlegen Nutzer in Bookmarking-Portalen kommentierte Linklisten, die andere Teilnehmer wiederum kommentieren und weiterempfehlen. Besonders stark frequentiert werden Webportale, in denen sich die Nutzer mit einem Profil anmelden und mit anderen Teilnehmern in Kontakt treten. Diese sozialen Netzwerke gibt es für unzählige Gruppen, z. B. für Berufstätige (XING), Studenten (StudiVZ) oder Kontaktsuchende (Parship).

Die Nutzer von Web 2.0 tummeln sich in Portalen wie XING, MySpace oder YouTube, führen und lesen Blogs, bieten und bewerten bei eBay und informieren sich gegenseitig über Produkteigenschaften. Damit entstehen Gemeinschaften, die durchaus Einfluss auf das reale Leben haben können. So wird XING von mehr als 6 Millionen Geschäftsleuten aus mehr als 200 Ländern zur Auftrags-, Kooperations- und Mitarbeitersuche genutzt und Gerüchte, dass über Partnernetzwerke tatsächlich stabile Beziehungen entstehen, halten sich hartnäckig.

Von Web 2.0 zu Enterprise 2.0

Seit einiger Zeit testen Unternehmen Web 2.0-Anwendungen verstärkt für Marketing-, Vertriebs- und Rekrutierungszwecke. Vor allem im Umfeld großer Konzerne macht das Schlagwort "Enterprise 2.0" die Runde. Erste erfolgreiche Versuche bei mittelständischen Unternehmen gibt es unterdes auch schon: Insbesondere Webblogs, die Kunden über Unternehmensprodukte informieren, haben großen Zulauf.  Es ist deshalb nur eine Frage der Zeit, bis auch kleine und mittelständische Unternehmen verstärkt ihre eigenen sozialen Netzwerke aufbauen.